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Halloween und die Kelten

October 31, 2017

Halloween ist eine Kurzfassung von All Hallow Evening, dem Vorabend aller Heiligen und wird deshalb am 31. Oktober gefeiert. Im nordamerikanischen Kulturkreis ist Halloween eines der wichtigsten Feierlichkeiten, neben dem Erntedankfest.

 

Ausgehöhlte, zu Fratzen geschnitzte und beleuchtete Kürbisse zieren an diesem Abend die USA, von der Ostküste, bis zur Westküste. Jack O' Lantern werden sie liebevoll genannt, einem Trunkenbold und Nachtwächter, der sich der Sage nach, mit dem Teufel eingelassen hatte.

 

Jack Oldfield, der auch auf den Namen Drunk Jack hörte, lebte einst, der Legende nach, vor langer Zeit in Irland. Sein Spottname war sein Motto und so saß er eines Abends vor Allerheiligen in der Dorfkneipe bei einem Whisky. Spät war es geworden, alle Gäste hatten die Kneipe verlassen, als der Teufel plötzlich neben ihm stand.

   »Es ist Zeit für dich, mich zu begleiten«, sprach der Höllenfürst.

   Jack zuckte überrascht zusammen, fasste sich alsbald und sagte: »Spät ist es schon, wohl war, aber habt Erbarmen mit mir, mein Herr. Ihr wollt mich doch nicht ausgetrocknet mitnehmen?«

   Der Teufel blickte scheinbar überrascht.

   Jack lächelte. »Ein Drink noch, mein Herr und im Gegenzug erhaltet ihr meine Seele.«

   Ein Grinsen huschte über das Gesicht und entstellte den Höllenfürsten. Er zuckte mit den Schultern und griff in seinen Umhang, nur um festzustellen, dass er keine Münze zur Hand hatte. Ein Zischen war zu hören, als sich der Teufel in eine Sixpence Münze verwandelte, um den Wirt zu bezahlen.

   Jacks Augen blitzten vor Überraschung auf. Er griff zu, steckte die Münze schnell in seinen Geldbeutel und verschloss ihn. Und weil er im Geldbeutel ein silbernes Kreuz bei sich trug, blieb dem Höllenfürsten eine Zurückverwandlung verwehrt.

   »Jack, lass mich aus dem Geldbeutel, oder du wirst es bereuen«, grollte die Stimme des Teufels aus der Geldbörse heraus wie ein Donner, sodass Jacks Hand vibrierte.

   Drunk Jack wurde es mulmig. »Herr, wenn er mich für weitere zehn Jahre freigibt, verspreche ich heilig, ihn ebenfalls in die Freiheit zu entlassen«, flüsterte er.

   Der Pakt hielt zehn Jahre. Und in der Nacht vor Allerheiligen kam der Höllenfürst abermals, um Jack zu holen.

   Drunk Jack grinste. »Herr, mir verlangt es nach einem letzten Apfel, bevor ich mit euch gehe. Habt Erbarmen. Wenn ihr mir bitte einen der Roten von dort oben holen würdet?«   

   Der Teufel lächelte abschätzig, zuckte mit den Schultern und stieg auf den Apfelbaum.

   Blitzschnell zog Jack ein Messer und schnitzte ein Kreuz in die Rinde des Baumes.

   Der Höllenfürst schrie und zerrte von oben am Baum, es klang als würde ein Sturm mit Wind und Donner über das Land fegen. Doch nichts half und der Beelzebub blieb auf dem Baum gefangen.

   »Herr, ich verspreche euch, das Kreuz zu entfernen, wenn ihr im Gegenzug meine Seele für die Ewigkeit in Ruhe lasst.«

   Der Pakt hielt viele Jahre.

   Jack starb schließlich als Greis und bat, um Einlass in den Himmel. Doch die Himmelstore blieben für den Sünder verschlossen und er wurde zu den Höllentoren geschickt. Das Versprechen des Höllenfürsten niemals Jacks Seele zu holen, verwehrte ihm aber auch hier den Eintritt. Der Teufel schickte ihn zurück in die Welt der Lebenden. Der Weg war weit, dunkel, kalt und so schenkte der Höllenfürst aus Mitleid Jack eine glühende Kohle direkt aus dem Höllenfeuer. Jack steckte die Kohle in eine ausgehöhlte Rübe, die er als Wegzehrung mitgenommen hatte. Seitdem wandelt seine zur Verdammnis verurteilte Seele mit der Laterne am Vorabend von Allerheiligen durch die Dunkelheit.

Halloween und die Kelten

In den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts schwappte der Hype um Halloween auch nach Europa herüber. Oder sollte ich lieber wieder zurück sagen? Denn der Ursprung von Halloween stammt vielleicht aus der alten Welt.

 

Samhain war eines der vier wichtigen Feste, mit denen die Kelten den Übergang der Jahreszeiten feierten. Mit Samhain begingen sie das Ende des alten Jahres und feierten  den Anbruch des neuen Jahres. Große Feuer wurden entzündet, um die Seelen der Toten zu wärmen. An markanten Orten standen die Tore zu Anderwelt, der Geisterwelt offen, sodass in dieser Nacht eine Begegnung der Lebenden mit den Bewohnern von Anderwelt möglich war. Und so ging Samhain als Nacht der Begegnung zwischen Lebenden und Toten in die irische Mythologie ein.

 

Die Kelten haben fast keinerlei kulturelle Aufzeichnungen hinterlassen, was eine genaue Einordnung von Samhain jedoch erschwert. Es finden sich lediglich Niederschriften der Römer und Griechen, die die Kelten und ihre Bräuche beschreiben. Wissenschaftliche Neutralität oder volkskundliches Interesse sind bei

 

diesen Schilderungen über die Kelten jedoch nicht gegeben.

 

Doch schon der Begriff „Kelten“ ist, fürchte ich, nicht ganz korrekt, denn einen Volksstamm oder eine Kulturgruppe der Kelten hat es in diesem Sinne nicht gegeben. Eher schon handelte es sich, um eine lose Sprachgemeinschaft, in der ganz bestimmt alle Stämme ihre regionalen Bräuche pflegten. Und so bleibt es wohl ein Wunschdenken, im keltischen Neujahrsfest Samhain den direkten Ursprung von Halloween zu sehen.

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